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Stefan Kuzmany: Gute Marken, böse Marken

Vom ansprechenden Cover in den Bann gezogen, habe ich „Gute Marken, böse Marken“ von Stefan Kuzmany voller Erwartungen gekauft – und wurde enttäuscht. Einen Blick hinter die Kulissen der großen Marken dieser Welt habe ich mir erwartet, bin aber an der Konzernfassade hängen geblieben. Wer ab und zu den Wirtschaftsteil seiner Tageszeitung streift, findet in diesem Buch nicht mehr viel Neues. Besonders ironisch: Kuzmany prangert die Fehltritte der Produktionsbetriebe an (Kinderarbeit, Umweltsünden, erniedrigende Arbeitsbedingungen) und hat doch selbst Dreck am Stecken, wenn er im Untertitel mehr verspricht als er hält. „Konsumieren lernen, aber richtig!“ ist dort zu lesen, aber Lösungen - oder auch nur Lösungsideen - sucht der Leser in diesem Buch vergebens. Immerhin: Sprachlich ist an diesem Werk nichts auszusetzen. Es liest sich flüssig und unterhaltsam. Aber die Inhalte, die hätten eben tiefer gehen müssen, Stichwort Demaskierung.

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Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Noch nie war ein Sachbuch inhaltlich so wertvoll und gleichzeitig so herrlich unterhaltsam! Bastian Sick verspricht dem Leser nicht zuviel, wenn er seinem Buch "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" den Untertitel "Ein Wegweiser durch den Irrgarten der deutschen Sprache" gibt. Man lernt tatsächlich allerhand über die vielen kleinen Fehler, die sich bei fast allen Menschen in den Sprachalltag eingeschlichen haben. Die wenigsten beherrschen ihre Muttersprache so perfekt wie Sick, daher habe ich Sicks Schreibstil auch niemals als besserwisserisch oder Beleidigung empfunden, sondern nur als Ratgeber.

Wer schon immer wissen wollte, ob er die oder das Nutella zum Frühstück genießt, wo denn nun eigentlich der Gebrauch von Apostrophen angebracht ist, wie sehr uns die englische Sprache bereits im Griff hat, was bei Steigerungsformen zu beachten ist, wo Bindestriche ihre richtige Verwendung finden, wie man die Mehrzahl von Fremdwörtern bildet und wie die Einwohner von Myanmar und der Elfenbeinküste richtig bezeichnet werden - der ist bei Sick genau richtig.

Die knapp 50 einzelnen Beiträge holen die Leser dort ab, wo die Schulbildung sie hat stehen lassen. Sick bettet jeden Beitrag in eine kleine unterhaltsame Anekdote ein, begeistert mit Wortspielen, vergisst auch nicht, die regionalen Unterschiede im deutschsprachigen Raum zu berücksichtigen und trotzdem findet jedes Lernziel auf 2-4 Seiten Platz. So kann man sich auch "häppchenweise" der deutschen Sprache nähern und im Bedarfsfall immer wieder schnell ein Kapitel als Auffrischer lesen. Wer keine Angst vor Selbsterkenntnis hat (mal ehrlich, jeder von uns denkt doch, seine Muttersprache gut zu beherrschen...), gerne lacht und Vergnügen auch noch mit Bildung verbinden will, sollte unbedingt zuschlagen und den Aufbruch ins Todesfall des Genetivs wagen!
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Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 2: Neues aus dem Irrgarten der deutschen Sprache
Als Leser aller drei (bisher) erschienenen Bände von "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" kann ich sagen: Band 2 ist der schwächste. Das liegt vor allem an den zahlreich eingestreuten Leser-Fragen, die Sick zwar verständlich, aber leider nicht sonderlich unterhaltsam beantwortet. Sie sind in einem eher nüchternen Tonfall geschrieben, der wenig mit den sonst famosen Wortspielen und Sprachgenialitäten Sicks gemeinsam hat.

Trotz allem ist es ein kurzweiliges Buch, dessen Kauf sich lohnt. Wunderbar finde ich das Kapitel "E-Mail for you", das sich den sprachlichen Niederungen der elektronischen Korrespondenz widmet. Außerdem begeistern jede Menge andere unterhaltsam geschriebene Erläuterungen, z.B. über unregelmäßige Befehlsformen und den Kasus Verschwindibus, über Zeichensetzung und den traurigen Konjunktiv. Abgerundet wird das Buch durch einen 60 Fragen umfassenden Deutschtest. Insgesamt ein amüsant zu lesender Ratgeber, der eine Bereicherung darstellt.
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Bastian Sick: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod. Folge 3. Noch mehr aus dem Irrgarten der deutschen Sprache
Bastian Sick ist mit Folge 3 von "Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod" wieder ein sehr unterhaltsames und gleichzeitig lehrreiches Buch gelungen. In knapp 40 Kapiteln taucht Sick in die Tiefen der deutschen Sprache ein.

Von Vonotiv und Wowoismus ist dort zu lesen, man erfährt an was - oder besser woran man schlechten Stil erkennt, welche Reformen die Reform nochmals reformierte, dass Namen doch antastbar sind und man sich entgegen des landläufigen Usus eigentlich nicht selbst entschuldigen kann. "Haarige Zeiten" brechen an, wenn man sich das Kapitel zu kreativen Friseurstudio-Namen zu Gemüte führt, wehmütige Erinnerungen an die Zeit von Kaisern und Königen werden durch "Modezaren und andere Majestonymen" wettgemacht und spätestens wenn man im Kapitel "Ich habe Vertrag" die sprachlichen Entgleisungen so mancher Fußballer liest, kann man sich vor Lachen kaum noch halten. Abgerundet wird das Buch durch einen Blick über den Tellerrand der deutschen Hochsprache. Hier erfährt man, dass man regional auch von "Der Butter, die Huhn, das Teller" spricht, es unfassbare viele Dialekt-Varianten für das Wort Kartoffel oder das Randstück vom Brot gibt und wie sehr die Deutschen Englisch und Spanisch in Beschlag nehmen. Wer die Probe aufs Exempel machen will, findet am Ende des Buchs einen 60 Fragen umfassenden Deutschtest inkl. Lösungen mit Begründungen.

Da weder die einzelnen Kapitel noch die Buchbände an sich aufeinander aufbauen, kann der Leser nach Lust und Laune querbeet lesen, wonach ihm gerade ist. Ein wirklich erbauliches Buch, das nicht wie sonst bei vielen Fortsetzungen üblich schwächelt. Absolut empfehlenswert!
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Der Duden in 12 Bänden: Duden 01. Die deutsche Rechtschreibung: Bd 1
Band 1 der Duden-Reihe widmet sich der deutschen Rechtschreibung und ist ein absolutes Standardwerk, das in keinem Haushalt fehlen sollte, vor allem nach den letzten turbulenten Jahren voller Reformen. Die Neuregelung der deutschen Rechtschreibung ist am 1. August 2006 endgültig in Kraft getreten. Der vorliegende Duden-Band enthält alle nach dem neuen Regelwerk zulässigen Schreibvarianten. Die Änderungen gegenüber der früheren Orthografienorm (vor 1996) sind in roter Farbe dargestellt. Ein absolutes Novum sind die Dudenempfehlungen. Angesichts der hohen Zahl von Schreibvarianten, die die neue Rechtschreibung zulässt, hinterlegt der Duden die von ihm empfohlene Schreibung gelb und leistet somit eine wertvolle Hilfestellung im Dschungel der richtigen Möglichkeiten.

Hauptsächlich ist dieser Duden-Band natürlich ein Nachschlagewerk, sehr gelungen finde ich aber außerdem die vorangestellten Kapitel "Rechtschreibung und Zeichensetzung" sowie "Textverarbeitung und E-Mails". Hier kann man sich schnell einen Überblick verschaffen, etwa über Getrennt- und Zusammenschreibung, Groß- und Kleinschreibung, wann Apostroph oder Leerezeichen zu setzen sind, wie mit Fremdwörtern zu verfahren ist oder wie Zahlen und Formeln angegeben werden. Absolut hilfreich für alle, die gerade eine wissenschaftliche Arbeit schreiben oder eine solche Korrektur lesen. Einziger Wehmutstropfen: Leider wird gerade in diesen beiden Kapiteln das Verfahren der gelb unterlegten Empfehlungen nicht angewendet. Folglich bekommt der Leser oft mehrere Möglichkeiten präsentiert und muss sich entweder selbst eine Meinung bilden oder die Empfehlung im Teil mit den rund 130.000 Stichwörtern nachschlagen.
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Detlef Luthe: Öffentlichkeitsarbeit für Nonprofit-Organisationen
In drei großen Kapiteln (1. Der Kontext von Öffentlichkeitsarbeit, 2. Öffentlichkeitsarbeit und Fund Raising, 3. Basis, Know-how und Ideen für die Öffentlichkeitsarbeit) eine gute erste Einführung in das Thema "Public Relations für Non-Profit-Organisationen", wenn auch mit einigen Schwächen. Doch zuerst zu den starken Seiten des Buches: Der Autor Detlef Luthe kennt die Klassiker des Marketing (Meffert, Kotler, Oeckl, Vögele etc.), die man gelesen haben sollte, und zitiert sie mit ihren Kernaussagen. Jedoch belässt es Luthe - wie es sich für einen guten Autor gehört - nicht bei einer Aneinanderreihung von Statements anderer, sondern bezieht auch selbst einen immer begründeten Standpunkt. Eine gute Leserführung ist gewährleistet durch die Kurzzusammenfassungen am Rand, die Abbildungen sind sinnvolle Ergänzungen zum Text. Positiv sind auch die weiterführenden Literaturhinweise zu werten, die wie üblich am Ende des Buches gesammelt aufgelistet sind, aber auch bereits im Laufe des Textes an den passenden Stellen genannt werden. Ein weiterer Pluspunkt: Praxisbeispiele (z.B. über die Sponsoringprinzipien von Agfa oder IBM), auch aus den USA, und Tipps (z.B. Checkliste mit Beurteilungskriterien für ein Sponsorship) geben gute Anhaltspunkte für die Umsetzung der Theorie in einen Arbeitsalltag. Leider ist das Buch jedoch bereits 1994 erschienen - und zehn Jahre sind gerade im Feld Marketing und Öffentlichkeitsarbeit kein Pappenstiel... Demzufolge sind manche Fakten schlichtweg veraltet, etwa die Zahlen zum Sponsoringvolumen, die noch in DM angegeben werden, oder der Hinweis, man solle Pressemitteilungen mit Vor- und Zunamen unterschreiben. Auch finde ich den Untertitel "Eine Arbeitshilfe" nicht wirklich zutreffend, denn Luthe legt zwar im dritten Teil des Buches einige Ideen dar, doch diese werden nur aneinandergereiht, nicht vertieft. Sicherlich, mehr Tiefgang würde dieses Buch extrem aufblähen, doch so, wie es sich jetzt präsentiert, ist es zwar ein guter erster Einstieg, jedoch kein Handbuch, in dem man immer wieder nachschlagen kann, wie man in welchem Fall idealerweise vorgeht. Für PR-Einsteiger (z.B. Vereinsmitglieder, die sich verstärkt um Öffentlichkeitsarbeit kümmern wollen) ist das Buch wenig geeignet, denn es ist definitiv kein Nachschlagewerk. Insgesamt: Gut als Erstinformation, schlecht als kontinuierliche Arbeitsunterstützung.
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Jürgen Hesse, Hans Chr. Schrader: Neue Bewerbungsstrategien für Hochschulabsolventen
Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader legen mit diesem Buch eines der besten Werke zum Thema Bewerbungen vor, das ich bisher gelesen habe. Sehr interessant ist gerade der erste große Part des Buches, der sich rund um die Themen Selbstanalyse und Anforderungsprofile dreht, d.h. was will und kann ich selbst und wovon träumen Arbeitgeber? Wer sich darüber schon im Klaren ist oder wenig Zeit hat, kann diesen Teil des Buches getrost überspringen und trotzdem einen Nutzen daraus ziehen, denn in den nächsten Kapiteln geht das Autorenduo ausführlich ein auf Recherchemöglichkeiten (inkl. Telefonate, Internet und Networking), die Bewerbungsmappe, Test- und Auswahlverfahren, das Vorstellungsgespräch sowie organisatorische Aspekte (Anreise, Kleidung, Nachfassen etc.). Besonders ausführlich ist die Episode über die Bewerbungsmappe: Ob Lebenslauf, Foto, Handschriftenprobe, Referenzen, Arbeitsproben, Zeugnisse oder die von den Autoren als besonders ausgefallenes und damit erfolgreiches Feature angepriesene "Dritte Seite" - auf alles wird eingegangen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Anschreiben, wobei auch Hinweise auf Sonderformen der schriftlichen Bewerbung (Chiffreanzeigen, Kurzbewerbungen, Initiativbewerbungen) gegeben werden. Als sehr hilfreich habe ich die zahlreichen abgedruckten und kommentierten Beispielen für Bewerbungsunterlagen empfunden, wenn ich auch etwas enttäuscht über die - in meinen Augen - zu standardisierten und damit einfallslosen Anschreiben war. So hebt man sich nach meinem Empfinden nicht von der großen Masse ab. Überaus nützlich ist dafür aber der umfassende Fragekatalog (ca. 120 Fragen!), der Bewerber gut auf einen möglichen Gesprächsverlauf vorbereitet. Hat man diese alle einmal durchgearbeitet, bringt einen sicherlich so leicht kein Personalverantwortlicher mehr aus der Ruhe! Das Kapitel "Vorstellungsgespräch" wird abgerundet mit Feststellungen zur Gesprächsführung und -psychologie, wobei Themen wie Stressinterview, Notlügen, Körpersprachen, Gruppendiskussion etc. behandelt werden. Insgesamt ein wirklich sehr nützliches Buch, allerdings hätte ich mir an mancher Stelle ausführlichere Kommentare erwartet, gerade etwa zur Gehaltsfrage, die leider nur auf gut einer Seite abgehandelt wird. Auch hätte ich mir persönlich Hinweise dazu gewünscht, wie speziell Geisteswissenschaftler vorgehen sollten, wenn sie einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft anstreben. Aus eigenen Erfahrungen kann ich nur sagen, dass es durchaus nicht wenige Personaler mit Vorbehalten gegenüber diesen Hochschulabsolventen gibt...
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Wilhelm Große: Oldenbourg Interpretationen, Bd.30, Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert
Vorrangig sind die "Oldenbourg Interpretationen" Wegweiser für Deutschlehrer, da sie in einem Kapitel "Unterrichtshilfen" Anregungen für die eigene Stundenplanung geben. Doch auch für Schüler, Studenten und andere Interessierte ist das Buch zu empfehlen. Es behandelt unter anderem:
  • Die deutschsprachige Literatur nach 1945 (allgemeine Einführung)
  • Borcherts Biographie
  • Borcherts Poetik
  • Exkurs: Theorie der Kurzgeschichte
  • Interpretationen einzelner Kurzgeschichten
  • Borcherts Stil
Dabei liefert der Autor wichtige neue Anregungen für die Analyse der Texte Borcherts, die weit über die sonst oft üblichen oberflächlichen Interpretationen hinausgehen. Meines Erachtens wird diese wirklich gelungene Reihe vor allem von Universitätsprofessoren leider oft unterschätzt.
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