Pages to the People

Martin Amanshauser: Logbuch Welt. 52 Reiseziele für Profi-Traveller und chronische Daheimbleiber
Martin Amanshauser verfügt über eine einzigartige Beobachtungsgabe. Er kann selbst alltägliche Dinge in ein neues Licht rücken und Lappalien etwas Besonderes abgewinnen. Ihn auf seinen Reisen wie in „Logbuch Welt“ ein Stück zu begleiten, sollte man sich daher nicht entgehen lassen. Die bunten Anekdoten sind insgesamt auf jeden Fall lesenswert. Vor allem auch, weil der Autor vermeidet, sich zum Besserwisser und Welterklärer aufzuschwingen. Ob das Buch allerdings für „chronische Daheimbleiber“ ebenso geeignet ist wie für „Profi-Traveller“ (so der Untertitel), wage ich zu bezweifeln. Man muss schon eine gewisse Neigung haben, andere Menschen und Kulturen kennenlernen zu wollen. Und Amanshauser tut dies noch nicht einmal auf dem gewöhnlichen Weg wie klassische Reiseführer, sondern nähert sich diesen fremden Menschen und Kulturen über „Umwege“, will heißen über Kuriositäten, Außergewöhnliches, Skurriles, Ekliges. Das macht natürlich gerade den Reiz des Buches aus, manch einer könnte sich damit aber auch schwertun. Manchmal empfand ich die einzelnen Reiseberichte als zu kurz geraten – da wäre ich gerne noch tiefer eingetaucht, hätte Amanshauser noch gerne weiter auf dieser Reise begleitet. Und ein weiteres Manko: Fast 20 Euro ist doch ein sehr stolzer Preis. Zum Glück habe ich das Buch geschenkt bekommen. ;-)
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Eva Male: Amerika all inclusive

Eva Male hat mit „Amerika all inclusive“ ein unterhaltsames Nachschlagewerk zu den USA abgeliefert. In 116 Stichwörtern entführt die Autorin ihre Leser in den amerikanischen Alltag. Von Air-Condition, Barbecue, Cheerleader über Dating, Greyhound, Lations bis hin zu Quarter, Suburbia und Valentine’s Day ist alles dabei. Durch den bunten Mix an Stichwörtern ist es Eva Male gelungen, nicht nur die heile Welt des amerikanischen Traums zu schildern, sondern auch Prüderie und Restriktionen in diesem Land der Widersprüche erlebbar zu machen. Und das alles in kurzen, wenige Seiten umfassenden Kapiteln, die nicht zwangsweise nacheinander gelesen werden müssen. Insgesamt also ein guter Starter für alle US-Reisenden und US-Interessierten.

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Hape Kerkeling: Ich bin dann mal weg - Meine Reise auf dem Jakobsweg
Dieses Buch kann man getrost noch nachts um 2 Uhr im Bett lesen, wenn man eigentlich schon hundemüde ist. Und wenn man am nächsten Tag wieder in die Lektüre einsteigt, hat man nicht das Bedürfnis, einige Seiten zurückzublättern, um den Faden wieder aufnehmen zu können. Das mag nun manch einer als positive Eigenschaft des Buches lobend erwähnen. In meinen Augen erkennt man daran allerdings, in welchen inhaltlichen und sprachlichen Niederungen sich das Buch bewegt. Absolut schlimm fand ich die pseudophilosophischen Passagen des Buches, ganz zu schweigen vom Schreibstil. Das einzige, das man Hape Kerkeling inhaltlich zugute halten kann: Er verklärt den Jakobsweg nicht, sondern berichtet auch über Strapazen und Grauen (z.B. heruntergekommene Unterkünfte, lästige Mitpilger, Wegstrecken auf stark befahrenen Straßen).

Ich habe mich durch die mehr als 300 Seiten dieses Buches gequält, in der Hoffnung endlich zu finden, was alle so daran loben. Aber ich wurde nicht fündig. Ich kann mich nur der Meinung eines anderen Rezensenten anschließen, der meinte: "Ein überflüssiges und überschätztes Werk, das jedem Nicht-Promi-Autor - statt veröffentlicht zu werden - um die Ohren geschlagen würde." Hape Kerkeling ist zu Recht ein bedeutender Komiker im deutschsprachigen Raum, aber als Autor ist er eine Fehlbesetzung. Erkenntnis des Tages: Schuster, bleib bei deinen Leisten!

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Alfred Havlicek: Wien. Vienna. Im Flug über die Stadt
Alfred Havlicek (Fotograf) und Johannes Sachslehner (Autor) haben mit dem Bildband "Wien. Im Flug über die Stadt bzw. Vienna from the Skies" ein Meisterwerk abgeliefert. Die Bilder sind professionell, aktuell (z.B. Parlament nach der Renovierung) und ermöglichen einen etwas anderen Blick auf das wunderschöne Wien. Texte auf deutsch und englisch helfen bei der Orientierung und geben kurze Einblicke in die historische Stadtentwicklung. Was mich besonders überzeugt hat: Nicht nur die bekannten Prachtbauten der Innenstadt finden ihren Platz im Bildband, sondern auch moderne Stadtgebiete wie die UNO-City, das ORF-Zentrum am Küniglberg oder Infrastruktur- und Industrie-Projekte wie die Bahnhöfe oder die Gasometer. Ergänzt werden die Wien-Bilder durch Luftaufnahmen ausgesuchter Sehenswürdigkeiten des angrenzenden Bundeslandes Niederösterreich sowie des Neusiedlersees im Burgenland. Diesen Bildband kann ich uneingeschränkt empfehlen. Ein Genuss - als Geschenk für Wien-Fans genauso wie für alle Österreicher, die ihre Hauptstadt schon immer mal aus einer anderen Perspektive erleben wollten.
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Angelika Taschen, Don Freeman, Daisann McLane: The Hotel Book - Great Escapes North America
Ums kurz zu machen: Ich war sehr enttäuscht von diesem Hotel-Bildband, der verspricht, die schönsten und außergewöhnlichsten Hideaways in Kanada und den Vereinigten Staaten vorzustellen. Auf rund 400 Seiten finden sich lediglich 41 Unterkünfte. Und gleich das erste Hotel kenne ich von einer Reise und konnte es daher selbst beurteilen: nice, aber weit entfernt von wow. Kanada ist überhaupt nur mit drei Hotels vertreten (man erinnere sich: Kanada ist flächenmäßig der zweitgrößte Staat der Erde) und davon liegt nur eines (!) im landschaftlich besonders reizvollen Westen des Landes. Die USA werden detaillierter, aber auch nicht zufriedenstellend bedacht (nur 13 von 50 Bundesstaaten). Um noch ein versöhnendes Wort zu sagen: Die Fotos im Buch sind wirklich sehr hübsch anzuschauen, der Bildband macht damit insgesamt Lust auf eine Reise nach Nordamerika. Aber wenn man sich eine der dargestellten Hotel-Perlen leisten will, sollte man früh mit sparen anfangen - am Besten, indem man dieses Buch nicht kauft.
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Wolfgang Taschner, Michael Reimer: Wandern an Flüssen und Seen
Dieses Buch - das nur zu Recht den Untertitel "Die schönsten GENUSStouren in Oberbayern" trägt - beschreibt ausführlich 40 Wanderstrecken zwischen sechs und 22 Kilometern Länge in den Regionen Berchtesgadener Land, Chiemgau, Inntal und Mangfall, Tegernseer Tal mit Achensee, Tölzer Land, Karwendelgebirge, Werdenfelser Land, Isartal, Fünf-Seen-Land und Allgäu mit Kleinwalsertal. Besonders die detaillierten Angaben zu jeder Tour sind hervorragend, denn so können auch Ungeübte erkennen, ob die Strecke für sie geeignet ist oder nicht, denn die Autoren verweisen auf Schwierigkeitsgrad, Weglänge, Höhenunterschied, Einkehrmöglichkeiten und Gehzeit. Gerade Familien sind mit diesem Buch gut beraten, denn zusätzlich wird darauf hingewiesen, ob Bademöglichkeiten existieren, ob die Tour für geländegängige Kinderwägen geeignet ist und ob man sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführen kann. Ich habe selbst einige Strecken abgelaufen und bin begeistert! Auch als Ortsunkundige habe ich durch die detaillierten schriftlichen Angaben und die abgebildeten Karten stets den richtigen Weg gefunden. Und überrascht musste ich feststellen, dass es selbst nahe des Starnberger Sees noch wunderbar ruhige Flecken gibt, ganz ohne die üblichen Horden von Touristen...! Das Buch wird perfekt abgerundet durch zahlreiche Fotographien sowie zusätzliche Tipps z.B. zu Mücken und Zecken, Gefahren bei Unwettern oder die Adressen der jeweiligen Tourist-Informationen. Genau der richtige Wegbegleiter für alle (besonders Anfänger und Familien!), die an Tagestouren in einmaligen Landschaften interessiert sind, aber keine "Gewaltmärsche" zurücklegen wollen - Genießer eben :-). Dieses Buch ist einfach jeden Cent wert!
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Hans-R. Grundmann: USA, der ganze Westen
Der Reiseführer „USA, der ganze Westen“ von Hans-R. Grundmann ist definitiv der beste Reiseführer, den ich bisher in Händen hielt! Grundmann klärt detailliert über Dos and Don'ts auf: Das richtige Transportmittel (Mietwagen, Bus, Camper, Eisenbahn oder Kauf von Campmobilen) inkl. Tipps zu Kostenermittlung und Vorbuchung, Amerikareise mit Kindern, Reisezeiten der Amerikaner, Klima in den Weststaaten, Pass, Visum, Versicherungen, Geldbeschaffung im Notfall, Verkehrsregeln sowie Essen und Trinken sind nur einige der zahlreichen behandelten Themen in Teil 1 des Reiseführers. Teil 2 des Buches beschäftigt sich ausführlich mit verschiedenen Routen und Sehenswürdigkeiten. Was mich besonders überzeugt hat: Grundmann gibt Tipps, welche Attraktionen man anfahren sollte, wenn man nur einen Tag, drei Tage oder sogar eine Woche Zeit hat für den jeweiligen Streckenabschnitt. So wird einem Ortsunkundigen die Qual der Wahl im Land der unbegrenzten Möglichkeiten erleichtert. Der Reiseführer wird abgerundet durch die Kapitel „Abstecher nach Kanada“, „Jahreszeitabhängige Routenvorschläge“ und einen Anhang mit Texten zu Geschichte und Gegenwart der USA. Uns hat dieses Buch bei unserer Reise durch California, Arizona, Utah und Nevada unersetzliche Dienste geleistet. Unbedingt empfehlenswert!
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Heike Wagner: Kanadas großer Westen mit Alaska
Der Reiseführer "Kanadas großer Westen mit Alaska" von Heike und Bernd Wagner sowie Hans R. Grundmann ist ein hervorragender Reiseführer! Die Autoren klären detailliert über Dos and Don'ts auf: Das richtige Transportmittel (Mietwagen, Bus, Camper oder Eisenbahn) inkl. Tipps zu Kostenermittlung und Vorbuchung, optimale Reisezeiten, Klima, Pass, Mosquitos, Umgang mit Bären, Versicherungen, Verkehrsregeln und Polizei sowie Essen und Trinken sind nur einige der zahlreichen behandelten Themen in Teil 1 des Reiseführers. Teil 2 des Buches beschäftigt sich ausführlich mit verschiedenen Routen und Sehenswürdigkeiten. Wir sind keine im Buch beschriebene Route abgefahren, trotzdem hat mich die Aufteilung in Routen überhaupt nicht gestört. Überschriften und Index sind so ausgereift, dass man immer schnell die benötigten Seiten findet. Teil 3 liefert Hintergrundinfos zu Bevölkerung, Sprachen, Politik, Wirtschaft, außerdem über die einzelnen Provinzen. Eine Adressensammlung mit Fremdenverkehrsbüros, Botschaften und Konsulaten rundet das umfangreiche Buch ab. Uns hat dieses Buch bei unserer Reise durch BC, Alberta und Vancouver Island gute Dienste geleistet. Empfehlenswert, wenn auch mit einigen kleinen Schönheitsfehlern:

Ich kannte bereits den (sehr guten!) Reiseführer "USA, der ganze Westen", der von Hans Grundmann alleine erstellt wurde. Bei diesem Reiseführer hat mich besonders überzeugt, dass Grundmann Tipps gibt, welche Attraktionen man anfahren sollte, wenn man nur einen Tag, drei Tage oder sogar eine Woche Zeit hat für den jeweiligen Streckenabschnitt. So wird einem Ortsunkundigen die Qual der Wahl im Land der unbegrenzten Möglichkeiten erleichtert. Das fehlte mir im Band "Kanadas großer Westen". Schade, denn das war sehr hilfreich! Auch ein Kapitel "Abstecher in die USA" wäre toll gewesen. Was ich mir manchmal außerdem gewünscht hätte, waren ausführliche Informationen zu den Wandertouren. Immer wieder werden im Buch Strecken angepriesen, aber meist fehlen Details, z.B. Schwierigkeitsgrad, Weglänge, Höhenunterschiede, Gehzeit, Einkehrmöglichkeiten. Leider bekommt man diese Details auch nicht immer in den Visitor Centers. Wir haben dann manchmal den Trail lieber sein lassen, bevor wir womöglich auf der Strecke bleiben. Last but not least: Etwas gestört haben mich die ständigen Unterbrechungen mit Tipps zu Campingplätzen. Wir waren mit dem Mietwagen unterwegs und daher haben uns diese Passagen nicht interessiert - sie kamen allerdings recht häufig. Schön wäre eine Bündelung am Ende jedes Kapitels.
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