Pages to the People

29. Dezember 2009 - Noch mehr Singapur
Nach einem Bummel auf der berühmten (und teuren) Einkaufsstraße Orchard Road Wiedersehen mit William, der mich zum Lokal für das beste Laksa schleppt. Und zum Probieren gleich auch noch ein bei Einheimischen beliebtes gedämpftes Huhn bestellt. Und als Dessert indonesische Backwaren. Keine Ahnung, wie die touristische Singapurküche schmeckt. Die echte ist jedenfalls genial! Zusammen geht es dann nochmal nach Little India und Chinatown zum Shoppen. Ach ja, und junge Kokosnuss trinken wir auch noch (aus einer jungen Kokosnuss). Zum Abschluss Singapur von oben im Singapore Flyer und - wie sollte es anders sein - gemeinsam essen (zum Abendessen dann mal indisch). Und dann schon wieder ein Abschied, denn um 23.35 Uhr geht mein Flieger zurück nach München. Singapur, ich komme wieder!

28. Dezember 2009 - Abstecher nach Malaysia
Tagesausflug nach Malacca, der ältesten Stadt in Malaysia und Weltkulturerbe. Wenn ich mich recht erinnere, ist das das erste Mal, dass ich eine Landesgrenze im Bus überquere. Auto, Flugzeug, Schiff und Zug hatte ich schon, Bus ist mal wieder was ganz Neues. Alle müssen aussteigen, einmal für die Singapur-Behörden, dann ein paar Kilometer weiter nochmal für die Kontrollen in Malaysia. Und wenn man dann endlich alle Formulare ausgefüllt und seinen Stempel im Pass hat, dann muss man "nur" noch seinen Bus wiederfinden, von dem gibt es hier nämlich einige. Tipp: Kennzeichen merken. Oder Gesicht des Busfahrers, was aber schon mutiger ist. Und am Abend das gleiche nochmal. In Malacca Besuch des Cheng Hoon Teng Temple, dem ältesten Chinesischen Tempel in Malaysia. Bummel durch Jonker Street bis zum Dutch Square. Letztes Highlight vor der Rückfahrt sind die Ruinen von St. Paul's Church mit der einstigen Grabstätte des heiligen Franz Xaver, einem der Pioniere christlicher Mission in Asien.

Zurück in Singapur beginnt dann die große kulinarische Reise zusammen mit William - im Bus nach Malacca kennengelernt -, der eigentlich Salim heißt (viele Asiaten legen sich einen englischen, leicht auszusprechenden Namen zu), ursprünglich aus Indonesien kommt, jetzt in den USA lebt und seit Jahren immer wieder Singapur besucht, weil er sich hier heimisch fühlt. Als leidenschaftlicher Koch kennt er sämtliche "echten" asiatischen Speisen und rettet mich vor den Touristenfallen. Wobei die Garküche, die ich gefunden habe, bei ihm auf Wohlwollen stößt - Glück gehabt. :-) Jedenfalls huscht William von Stand zu Stand und kauft ein buntes Mischmasch an verschiedenen Speisen, durch die wir uns gemeinsam durchprobieren. Lecker! Oder wie man in Wien sagt: gschmackig. :-)

27. Dezember 2009 - Und immer noch: I love Singapore
Singapur, das sind fast fünf Millionen Chinesen, Malaien, Inder und ein paar andere Nationalitäten, die auf engstem Raum (ca. der Fläche Hamburgs) zusammenleben. In nächster Nähe finden sich Tempel, Kirchen und Gotteshäuser für die verschiedensten Religionen (Buddhismus, Islam, Taoismus, Hinduismus, Christentum), die hier in Harmonie miteinander leben. Singapur ist ein wundervoller Schmelztiegel aus Ost und West, alt und neu, bunt und quirlig. Hier kann man teure Marken genauso finden wie Schnäppchen, exquisite Restaurants neben einfachen Garküchen. Eine großartige Mischung, man muss diese Stadt einfach lieben!

 

Heute Erkundung von Little India, Chinatown, The Esplanade und dem Stadtwahrzeichen "Merlion" (halb Löwe, halb Fisch). Danach geht es in den Orchideengarten. Am Abend Singapur bei Nacht, per Boot und zu Fuß. Stöbern im Bugis Night Market. Der Tag wird begossen und beschlossen mit dem weltberühmten Singapore Sling im weltberühmten Raffles Hotel. Der teuerste Cocktail meines Lebens (28,25 SGD = ca. 14 Euro), aber was muss, das muss.

26. Dezember 2009 - Das war Australien und so geil ist Singapur
16 Wochen down under sind wie im Flug vergangen und haben gleichzeitig manchmal ewig gedauert. Im Schnelldurchlauf habe ich mir heute Vormittag nochmal Darwin zu Gemüte geführt. Und ich kann nur immer wieder zur Erkenntnis kommen: Wer will hier freiwillig wohnen (von leben kann man nicht reden...)????? Hier stirbt der Hund! Aber dieser Bloß-weg-hier-Gefühlszustand war vielleicht gar nicht schlecht, damit ich heute nicht mit zu viel Wehmut in den Flieger steige. Denn: Die Heimreise beginnt, noch drei Tage Singapur, dann wieder in München, Memmingen und schließlich in Wien. Und dieses Stopover in Singapur ist der perfekte Abschluss für meine besondere Aus(tralien)zeit. Nach nur zwei Stunden hier kann ich aus ganzem Herzen sagen: Ich liebe Singapur! Wie geil ist bitte diese Stadt!!!! Sauber und sicher, das weiß sowieso jeder. Aber auch noch voller freundlicher und bemühter Leute. Und billig: Für umgerechnet 15 Euro fahre ich 25 Minuten vom Flughafen in die Innenstadt. Und für 3,50 Euro esse ich eine riesige Portion Schweinefleisch-Paprika-China-Dings mit Reis in einer Garküche, die ich auf meinem ersten Rundgang gar nicht weit von meiner Unterkunft entdeckt habe. Mein frisch gepresster Papaja-Saft ist mit 1,50 Euro dagegen fast schon teuer... Und was für eine kulinarische Vielfalt allein diese eine Ansammlung von Straßenküchen geboten hat - da muss ich mich gar nicht mehr irgendwo anders hinbewegen in den nächsten Tagen. ;-) Offenbar ist dieser Platz auch bei Einheimischen sehr beliebt, denn weit und breit bin ich die einzige Nicht-Asiatin. Was mach ich jetzt nur mit all dem Bargeld, das ich für Verpflegung und Öffis vorgesehen habe (Internet ist übrigens auch gratis)? Muss ich wohl oder übel in Shopping investieren, befürchte ich... ;-) Yeah, Singapore, get ready! 

24. Dezember 2009 - Das ist kein Weihnachten
Mit Marta (Polin, die in London lebt), Paula und Annemarie (beide aus Holland) - kennengelernt auf der Tour von Alice nach Darwin - geht's zum
Christmas Dinner. Wir wollen uns hier einen schönen Abend machen, soweit das möglich ist. Weihnachtsgefühle hat keiner, da helfen auch keine
Weihnachtsdeko und kein Weihnachtsliedergedüdel aus allen Lautsprechern. Damit wir wenigstens was Goldenes zum Auspacken haben, besorge ich für jeden eine Packung Ferrero Rocher bei Woolworths (so ziemlich der einzige Laden, der heute Abend noch geöffnet hat, obwohl hier in Australien eigentlich erst am 25. Dezember so richtig gefeiert wird). Dann habe ich doch noch mein ganz persönliches Weihnachtserlebnis: Die Bäckerei hat direkt vor meiner Nase geschlossen - so ein Pech! Kein Frühstück morgen. Aber dann kam der junge Verkäufer aus der Bäckerei und hat mir eine Tüte mit drei süßen Teilchen in die Hand gedrückt, als Weihnachtsgeschenk. He made my day. :-) Wir vier Mädels haben einen schönen Abend mit leckerem Essen (auch gratis, geschenkt von Adventuretours - das ist das billigste Weihnachten meines Lebens) und einem Bummel durch Darwin, bevor wir Marta verabschieden, die heute Nacht noch nach Cairns fliegt. Eine wilde Nacht wird's also nicht, Marta fasst es für alle zusammen: "I'm a dead body." Die letzten Tage haben uns ausgelaugt und erschöpft. Deshalb ist für morgen angesagt: ausschlafen und rumgammeln.

23.-24. Dezember 2009 - Durch den Monsun
Hier im hohen Norden Australiens gibt es nur zwei Jahreszeiten: die dry season und die wet season (Marketingleute nennen das natürlich ganz clever die green season ;-)). Und ich bin natürlich mitten in der wet season hier gelandet. Deshalb sind viele der Sehenswürdigkeiten in Kakadu National Park gesperrt. Nicht mal mit Allradfahrzeugen sind sie mehr zu erreichen, da durch die Regenfälle die sogenannten Flood Plains überflutet sind. Und jetzt, im Dezember, ist noch nicht mal der Höhepunkt erreicht. There is more to come. Auf unserer zweitägigen 4WD Kakadu Safari besuchen wir deshalb nicht die Jim Jim Falls (übrigens: haha - in der dry season kaum Wasser und in der wet season nicht erreichbar) und Ubirr Rock, sondern wandern zu den Motorcar Falls und bewundern großartige Aboriginal Rock Art. Außerdem treffen wir Aboriginies, die uns einiges aus ihrer Kultur erzählen und vorführen - sehr interessant! Zum Abschluss noch einmal Camping (mit Lizzard im ersten Zelt), going crazy with iced coffee, dann noch eine Schifffahrt auf Mary River und den umliegenden Floodplains auf der Suche nach Saltwater Crocodiles, die in der wet season in diese Gegend wandern (keine gesehen). Rechtzeitig zum Weihnachtsabend sind wir wieder zurück in Darwin.

20.-22. Dezember 2009 - On the road again
Einige Mutige wagen sich bis nach Darwin anstatt die Hitze mit dem Flieger Richtung Osten oder Süden zu verlassen. Auf dem Stuart Highway sind es ca. 1.500 km von Alice Springs nach Darwin. Im Prinzip kann man diese drei Tage kurz zusammenfassen: Fahren, Pubs (darunter der berühmte Daly Waters Pub und Barrow Creek's Pub, wo wir ein echtes Aussie Urgestein aufpicken und bis Darwin mitnehmen) und Camping. Auf dem Weg zum Top End Australiens sind dann auch noch zwei Natur-Highlights dabei: Devils Marbles, wo wir eine Stunde auf den riesigen Kugeln rumturnen, und Katherine Gorge, wo wir auf einen Aussichtspunkt wandern und danach mit einem Boot in zwei der Schluchten vordringen. Die restliche Zeit verbringen wir meist auf der Straße - dank einer lustigen Gruppe kein Problem! Und dank Antonio weiß ich jetzt, dass man (also er) ein Liter Eiscreme in einer Minute essen kann. Und dass man selbst in einem schmalen Busgang "giiimnästics" machen kann. Und dass man in Australien reisen kann, ohne auch nur ein Wort Englisch zu sprechen.

19. Dezember 2009 - Immer wieder gehört, hier unten

G'day G'day

Come to Australia (ein Wunder, dass ich nach 3,5 Monaten noch lebe ;-))

Die heimliche Hymne Australiens: Waltzing Mathilda

Und natürlich: Land down under

18.-19. Dezember 2009 - The Alice
Zwei freie Tage in Alice Springs. Wunderbar, um auszuschlafen, gaaanz laaaang
und noch länger. Um einzukaufen, Wäsche zu waschen, im Internet zu surfen, zu telefonieren, in einem Bett zu schlafen - und habe ich schon schlafen
erwähnt? :-) Zu sehen gibt es in Alice sogar auch was: Hoch geht's auf Anzac
Hill, dann zum Reptile Centre, zu den Royal Flying Doctors, zur School of the
Air und zur alten Telegraph Station.

17. Dezember 2009 - Yeah! Regen!!!!!
Gewitter ziehen auf, wir sehen die Blitze am Himmel. Ein Hauch von Panik
macht sich unter den Guides im Camp breit, denn wenn es zu stark regnet, sind die Schotter-Zufahrtsstraßen zum Camp überflutet und wir eingeschlossen. Das letzte Mal ist die ganze Truppe eine Woche in diesem Camp festgesessen. Und schon sind alle in Panik - eine Woche hier - mit Dingos, Fliegen, Moskitos, Hitze und meilenweit von allem entfernt - vor unserem geistigen Auge haben wir uns schon den Bus durch die Fluten tragen sehen, Hauptsache weg... ;-) Aber so schlimm kommt's nicht. Wir schaffen es aus dem Camp bis zum Kings Canyon. Dort hat es sich eingeregnet, besser hätte es gar nicht kommen können. Heartattack Hill im Regen zu besteigen, ohne glühende, brennende Sonne ist gleich noch viel besser. 3,5 Stunden wandern wir im Regen am Canyonrand entlang, nass bis auf die Haut, Wet-T-Shirt-Contest in der Wüste. Super war das! Wir alle sind dankbar über die Abkühlung und erfahren am eigenen Leib, was für ein Unterschied die Bewertung von Regen je nach Aufenthaltsort macht! Am Abend endlich wieder in der Zivilisation, wenn man Alice Springs ("The Alice") so nennen will... Nach den letzten sechs Tagen ist es Zivilisation, aber hier leben? Never ever!

16. Dezember 2009 - Wandern bis der Arzt kommt
Aiaiai, heute stehen wir sogar schon um 3.50 Uhr auf, die letzten Tage konnten wir wenigstens die 4 sehen... Aber hier im Outback bleibt einem aufgrund der großen Distanzen und der hohen Temperaturen nichts anderes
übrig. So können wir den Sonnenaufgang über Uluru genießen (wo bleibt der
Sekt???), bevor wir zu Fuß den riesigen Monolithen umrunden (ca. 10 km).
Danach geht es zu den Olgas, von den Einheimischen Kata Tjutas (= viele
Köpfe) genannt. Die schauen aus der Ferne übrigens aus wie der liegende Homer Simpson! Harhar! Als wir dort um 9.30 Uhr unsere Wanderung ins Valley of Winds (ganz ohne Wind) starten, ist es bereits brüllend heiß (über 40°C). Aber was einen nicht umbringt... Den Nachmittag verbringen wir alle völlig erschlagen und schlafend im Bus auf dem Weg zu Kings Canyon und unserem dortigen Camp. Das hat auch schon bessere Tage gesehen. Wir alle haben eine grausame Nacht, denn aufgrund der um das Camp lungernden Dingos kann keiner entspannt schlafen. So recht weiß keiner, woher jeder die Energie aufbringt, sich am nächsten Tag wieder um 4.30 Uhr aus dem Bett zu wälzen, um wandern zu gehen. Aber hier scheint alles möglich: Wir können alles schaffen, wir müssen nur wollen!

15. Dezember 2009 - On the road again
Wüste, Wüste, Wüste. Wir fahren viele Stunden durchs Outback, um rechtzeitig zum Sonnenuntergang am großen Highlight jedes Australienurlaubs anzukommen: Uluru - auch bekannt als Ayers Rock. Chrissie drückt so auf die Tube, dass wir sogar noch einen Besuch im Cultural Centre (Aboriginal Kultur) und den Mala Walk schaffen. Mit Sekt aus Plastikbechern und Crackern bewaffnet erleben wir einen wunderbaren Sonnenuntergang, bevor wir zu unserem Zeltplatz fahren und unter freiem Himmel in sog. Swags (so eine Art australisches Minizelt, das eine Matratze hat, auf die man sich mit seinem Schlafsack legt und falls das Wetter schlecht wird, kann man den Swag wie eine Art Minizelt zumachen und über sich ziehen) übernachten. Der Sternenhimmel über Uluru ist gigantisch! Dafür verdrängt man gerne die Erinnerung an Schlangen und Co. Suuuper!

14. Dezember 2009 - Unter der Erde
Aufstehen um 4 Uhr, dann geht es über Schotterpisten zu den Breakaways, wo wir Sonnenaufgang und Frühstück genießen. Na, sagen wir mal so, der
Sonnenaufgang ließ eine gute halbe Stunde auf sich warten, weil Chrissie die
falsche Zeit recherchiert hat. Aber was macht es schon für einen Unterschied, ob wir müde oder totmüde sind. Schlafen können wir, wenn wir tot sind. ;-) Unser Ziel für den heutigen Tag ist Coober Pedy, die Opalstadt mitten in der Wüste. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Stopp bei einem Salzsee. All das Weiß brachte mir Weihnachten wenigstens ein bisschen näher. :-) In Coober Pedy (bedeutet übrigens so viel wie "Weißer Mann in einem Loch") angekommen, haben wir uns untertage begeben. Bei einer Tour durch alte und neue Minenschächte, durch alte und neue Untergrundbehausungen (75% der Einwohner Coober Pedys leben aufgrund der enormen Temperaturen in sog. "Dugouts" unter der Erde) und bei einer Opal-Schleif-Vorführung haben wir ein bisschen was vom täglichen Leben hier irgendwo im Nirgendwo erfahren. Ich kann nur sagen: Mann muss verdammt gierig auf Reichtum sein, um sich freiwillig ein Leben in Coober Pedy anzutun, um nach Opalen zu schürfen. Ich jedenfalls will hier nicht mal begraben sein. Einmal gesehen, nie mehr wiederkommen, ist mein Fazit des Tages.

13. Dezember 2009 - Flinders Ranges & Wilpena Pound
Noch mehr Wandern. Am Vormittag zu Aboriginal Felsmalereien (Arkaroo Rock), am Nachmittag auf einen Aussichtspunkt am Kraterrand von Wilpena Pound. Bei sengender Hitze waren wir alle froh, als wir endlich wieder im Bus Richtung Unterkunft unterwegs waren. In diesen Temperaturen (heute hatte es 35°C) 24 Kilometer wandern in 24 Stunden hat uns alle geschlaucht. Aber morgen wird es ein ruhigerer Tag, denn der Weg nach Coober Pedy ist laaaaang.

12. Dezember 2009 - Dutchmans Stern Conservation Park
Neue Tour, neue Truppe, neuer Guide, neues Glück. Und tatsächlich haben wir Glück, denn mit nur 14 Leuten sind wir eine vergleichsweise kleine Gruppe, was das Fahren im engen Bus etwas angenehmer macht. Gerade die nächsten sechs Tage warten sehr lange Outback-Strecken auf uns, da ist es sehr fein, wenn man auch im Bus mal alle Viere von sich strecken kann. Martin, Nikki, Kevin und Kathryn von der Melbourne-Adelaide-Tour sind auch wieder dabei, also schon mal ein vielversprechender Start. Durch das Clare Valley, eine Weinbauregion, geht es nach Quorn, wo wir unsere Unterkunft für die nächsten zwei Tage - eine alte Mühle - beziehen. Den ganzen Nachmittag verbringen wir im Dutchmans Stern Conservation Park, wo wir bei sommerlichen 31°C und einer angenehmen Brise 10,5 km auf den gleichnamigen Berg wandern. Am Gipfel von Dutchmans Stern werden wir mit einem 360° Ausblick auf Quorn, den Spencer Gulf und die Flinders Ranges belohnt. Der Abend lässt sich zusammenfassen mit "It doesn't get any more Aussie than this!": Besuch im Pub und großes BBQ mit Känguru-Fleisch, Emu-Fleischlaberln/-Fleischpflanzerln/-Buletten/-Frikadellen und Kamel-Würstchen. Emu muss nicht mehr sein, Kamel schmeckt nicht außergewöhnlich besonders, Känguru ist lecker!

11. Dezember 2009 - Adelaide
Eigentlich stand heute ein Tagesausflug ins Barossa Valley und in die deutsche Siedlung Hahndorf auf dem Programm. Wurde allerdings abgesagt, worüber ich auch nich allzu böse war, denn das bedeutete: ausschlaaaaaafen! :-) Es folgte ein gemütlicher Bummeltag im sonnigen Adelaide, durch Rundle Mall, Adelaide Central Markets, über Victoria Square und King Willams Street, vorbei an Uni und Museen runter zum River Torrens.

10. Dezember 2009 - Noch mehr Grampians
Den ganzen Vormittag haben wir heute auch noch im Grampians National Park verbracht. Erst ging es zum Reeds Lookout, von dem sich leidr nicht viel sehen ließ außer dunkle Wolken. Dann eine kurze Wanderung zu den eher faden MacKenzie Falls (fairerweise muss ich sagen: nach Island und Niagara Falls haben es andere Wasserfälle schwer) und schließlich Aufstieg auf Hollow Mountain, allerdings auf halben Weg abgebrochen, da es anfing zu regnen. Was hoch ja kein Problem darstellt. Man muss nur über die Felsen auch wieder runter. Also stattdessen eine kleine Wanderung ohne Kletterei, dafür gab's Wandmalereien von Aboriginals zu sehen (plus tausende Killerameisen, die eigentlich "meet ants" heißen, aber man sollte denen besser nicht zu nahe kommen...). Danach waren fünf Stunden Fahrt nach Adelaide angesagt. Puh, wir waren froh, als wir endlich aus dem Bus rauskamen! Das war schon ein kleiner Vorgeschmack auf die langen Fahrten im Outback, die nun bevorstehen.

9. Dezember 2009 - Great Ocean Road Teil 2 & Grampians National Park
Noch immer gab es an der Great Ocean Road einiges zu sehen, obwohl wir gestern schon so viel abgeklappert haben. Heute ging es auf den Gibsons Steps die Steilküste runter bis zum Strand. Außerdem haben wir Loch Ard Gorge, London Bridge und die Bay of Islands unsicher gemacht. Nach dem Mittagessen hieß es dann "Auf in den Grampians National Park". Steil bergauf sind wir zu The Pinnacle gewandert. Ganz oben angekommen war die Aussicht fein, aber mein Highlight war mehr die Wanderung selbst, da der Weg sich abwechslungsreich über Felsen, durch einen Canyon, auf Treppen, unter Felsen durch bis zum Gipfel geschlängelt hat. Die Wanderung zu Mt Kosciuszko war dagegen eintönig und fad. Insgesamt ein toller Tag! Und das Wetter hat auch wieder mitgespielt. Ach ja, und zum Abendessen gab es "Spag Bol" (= Aussie-Slang für Spaghetti Bolognese). So praktisch Abkürzungen auch sind, manche hören sich einfach nicht gut an...

8. Dezember 2009 - Otway National Park & Great Ocean Road Teil 1
Mit einer Stunde Verspätung sind wir endlich aus Melbourne rausgekommen. Begleitet von strömendem Regen. Soviel zum Mythos, in Australien hätte es immer schönes Wetter. Ist so ähnlich wie "It never rains in California", nur ohne Lied. Trotzdem war es ein großartiger Tag, denn bis wir den langen Weg bis zur Great Ocean Road zurückgelegt hatten, hat es nur noch getröpfelt. Und später ist der Himmel auch schon wieder ein bisschen blau geworden, wenn es auch immer kühl und windig blieb. Bizarr geformte Steilklippen und Felsformationen kennzeichnen die sehr kurvenreiche Strecke der Great Ocean Road. Definitiv eine der schönsten Küstenstraßen der Welt! Sonnenuntergang bei den 12 Aposteln ist ein einmaliges Erlebnis. Morgen gibt es noch mehr Great Ocean Road. Heute waren wir zusätzlich noch im Otway National Park und haben den Tree Top Walk absolviert. Wir inmitten mannshoher Farne und riesiger Eukalypten. Very nice!

7. Dezember 2009 - Südlicher geht's nimmer
Ein Superlativ jagt den nächsten. Heute haben wir einen guten Teil des Tages an Australiens südlichstem Punkt (Festland) verbracht: Wilsons Promontory National Park. Entlang von Tidal River sind wir bis zu einem Lookout gewandert, von dort über den Berg runter zu Squeaky Beach (heißt so, weil der Sand quietscht, wenn man darauf läuft) mit ihrem puren weißen Quarzsand. Mit Baden war leider nichts - zu kalt. Dafür haben wir Kängurus und Emus aus nächster Nähe gesehen. Am Abend kommen wir endlich in Melbourne an und da es für mich morgen schon weiter geht Richtung Adelaide, gebe ich mir Melbourne im Drei-Stunden-Schnelldurchlauf. Fast forward, sozusagen.

6. Dezember 2009 - Tag der Superlative
Der Tag beginnt mit einer Wanderung zum Gipfel von Australiens höchstem Berg, Mt. Kosciuszko (2.228 m). Wir sind in den Snowy Mountains und ja, wir haben tatsächlich Schnee! Nach einem schnellen Mittagshappen folgt eine scheinbar endlose Fahrt auf einer kurvenreichen Schotterstraße durch Snowy River Country bis nach Lakes Entrance. Hier sind wir nicht nur in Victoria und an der South Coast von Australien angekommen, sondern auch an Australiens längstem Strand: Ninety Mile Beach!

5. Dezember 2009 - Wie hieß doch gleich die Hauptstadt Australiens?
Da hält es Australien gleich wie Kanada: Wenn zwei sich streiten, wird eben eine neue Stadt aus dem Boden gestampft und zur Hauptstadt erklärt. Wobei Canberra mich positiv überrascht hat. The Australian Parliament auf dem Capital Hill ist wirklich sehenswert und ich hätte hier gerne mehr als drei Stunden verbracht, um Anzac Parade, War Memorial und die Innenstadt zu erkunden.

4. Dezember 2009 - Diese Woche ist das letzte
Das letzte Mal Frühstücken mit Heike, die letzte Busfahrt in Sydney, das letzte Treffen mit Lorenzo, der letzte Tag bei Tee-Zed, die letzte Übernachtung bei Irene, das letzte Wiedersehen mit Judy. Und noch viele andere letzte Male. Morgen geht es um 7 Uhr los Richtung Canberra. Meine große 21 Tage-Reise mit Adventuretours startet! Irgendwie unwirklich. Und ein bisserl wehmütig bin ich überraschenderweise auch. Dachte nicht, dass mir Sydney in drei Monaten (unbewusst) so ans Herz gewachsen ist (trotz nervenaufreibender Öffis und zu vieler Insekten...). Das waren also Sydney, die Sydneysider und viele andere liebe Menschen aus allen Ecken dieser Welt. Bye-bye! 

3. Dezember 2009 - Beschwingend
Der perfekte Abschied von Sydney beginnt in Darling Harbour mit einem Aussie-BBQ. Danach bummeln Heike und ich durch die Innenstadt über Circular Quay bis zum Opera House, wo wir dann 2,5 Stunden beste Musik von The Whitlams gemeinsam mit der Sydney Symphony Orchestra genießen. Und - als wollte sich zum Schluss sogar die Öffis noch mit mir versöhnen - wir mussten nicht die üblichen 20 Minuten plus auf den Bus warten, sondern konnten direkt an Bord hüpfen.

3. Dezember 2009 - Inspirierend
Einmalig und für immer im Gedächtnis: His Holiness The 14th Dalai Lama war heute in Sydney und hat bei einem zweistündigen Public Talk zum Thema "Our Future: Who is responsible?" Rede und Antwort gestanden. Und ich habe eine Eintrittskarte ergattert!!! Eine interessante Persönlichkeit, ganz anders als von mir erwartet, sehr humorvoll, bodenständig. Und manchmal stellt sich raus: Der richtige Weg kann so simpel sein (zumindest theoretisch).

1. Dezember 2009 - Gleiches Logo, anderer Name